Einrollen de luxe. 16.11.2008
Wie schön, wenn man Familie und Freunde hat, die einen an den ersten Tagen einer solchen Reise verabschieden, aufnehmen, Dusche, Essen und Proviant bieten und ansonsten einfach da sind!
Nach einer emotionalen Verabschiedung von unseren Familien konnten wir uns erst einmal gemütlich nach Limburg einrollen und uns auf dem Weg dorthin noch von Tobis Oma verabschieden. Beladen mit schier unglaublichen Mengen Müsliriegeln fuhren wir schließlich in Limburg ein und trauten unseren Augen kaum - da stand unser alter Freund Ti, extra aus Bonn angereist, und reichte uns Bananen.
Nach Limburg wartete der Taunus und damit die ersten Erhebungen unserer Reise auf uns, die wir souverän meisterten. Nur war Frankfurt noch verflucht weit weg, so schien es uns zumindest, und so war dann "fast da" immer noch ganz schön weit weg. Zwei Tage später wiederholte sich das selbe bei Würzburg, der Lerneffekt ist anscheinend noch gering.
Den Abend in Frankfurt verbrachten wir gemeinsam mit Zahnarzt Johannes und Zahnarztfrau Britta bei "Allzweckwaffe" Micha und Tine, und neben einem kostenlosen Messerschleif-Kurs für Tobi wurde es eine schöne Zeit mit müden Gliedern. Am nächsten Tag begleitete uns Micha nach einem erwartet späten Start noch 30 Kilometer.
Eine meiner Ungewissheiten der letzten Tage lautet: Was sage ich, wenn jemand fragt, wohin wir möchten? China hört sich angebermäßg an und auch ein bisschen albern, wenn man gerade mal 100 km von zu Hause weg ist. Bisher also sagte ich "Erst mal nach Frankfurt" bzw. "Erst mal nach Würzburg", dann fragt eh keiner mehr nach, allermeistens. Nur ein mich ein paar hundert Meter begleitender Mountainbiker wollte es näher wissen - "Echt, ohne Scheiß?", dann "10.000 km? Hm, 4.000 fahr ich ja schon so im Jahr." Tobi hat einem älteren Paar mit "Erst mal nach Venedig" geantwortet, worauf die Frau in leicht hysterisches Gelächter verfiel, weil sie's wohl für einen ungelungenen Scherz hielt. Scheint also nicht die Antwort der Wahl zu sein.
Jetzt sind wir nach drei Tagen Fahrt und 280 Kilometern für einen Ruhetag in Würzburg angekommen, also lautet meine Antwort nun "Nach Füssen!" Und in Füssen, soviel ist klar, werden wir die ersten Postkarten für unsere Spenderinnen und Spender schreiben, uns die Alpen von unten angucken, tief durchatmen und - hochfahren. Ich freu mich - trotz leichten Muskelkaters - auf die nächsten Tage.
Beliebteste Frage:
"Weißt du, wo ... ist?" (Die Packtaschen-Ordnung ist noch optimierbar). Beliebtestes Essen:
Fleischwurst mit Brötchen und zum Nachtisch Kuchen, dazu Malzbier und Tee. Beliebtester Ausrüstungsgegenstand:
Thermoskanne und Schutzengel.