Im Schnee durch die Alpen 28.11. - 07.12.2008
Nach unserer Erholungspause in Reutte
führt uns der Weg quasi unwiederbringlich nach oben – nur wenige Kilometer sind
es bis zum Fern- und damit unserem ersten Alpenpass. Gleich nach dem Ortsausgangsschild
Reutte geht es zweimal stetig, aber nie steil
bergauf und so sind wir nach einiger Zeit auf der unspektakulären Passhöhe
angelangt. Wir übernachten auf Schnee im kuschelig warmen Schlafsack und
fahren am nächsten Tag mit schweren Beinen bis nach Pfunds, von wo aus wir den
nächsten höchsten Punkt der Reise in Angriff nehmen – der Reschenpass wartet
auf uns. Da es in der Nacht geschneit hat, sind für LKW Schneeketten
vorgeschrieben, da haben wir ja noch einmal Glück.
Bis Nauders, 100 Höhenmeter vor dem Pass, haben wir Glück, die Straße ist
praktisch frei und die Steigung auch kein Problem. Gerade nachdem wir uns
entschieden haben, keine längere Pause zu machen und direkt weiter zu fahren,
fängt es heftig an zu schneien. Überall ist Schnee, auf der Straße, auf unseren
Rädern, in der kurz zum Fotografieren geöffneten Lenkertasche, in unseren
Haaren.
Tritt für Tritt bewegen wir uns auf den Pass und damit die italienische
Grenze zu. Tobi wird kurz darauf von zwei Carabinieri fotografiert, die uns
augenscheinlich für ziemlich verrückt halten. Nach einem Stopp kommen wir nicht
mehr in Fahrt und der Schnee zwingt uns zu schieben.
In Reschen entscheiden wir uns, noch am See entlang bis St. Leonhard zu fahren,
dort gibt es dann jedoch keine Übernachtungsmöglichkeit, und so müssen wir den
Berg hinunter nach Mals. Unglücklicherweise schneit es inzwischen wieder mehr
und wird langsam dunkel. Ein überholender Autofahrer ruft uns zu: „Habt Ihr eine
Wette verloren?“ und wir sind ganz froh, nicht antworten zu können Kaum
schneller als bergauf und mit quietschenden, völlig abgefahrenen Bremsen kommen
wir in Mals an und gönnen unseren verkrampften Händen Erholung.