Wir sind auf der Südseite der Alpen –
wow! Nach der Erneuerung unserer Bremsen begrüßt uns Südtirol mit blendendem
Wetter und leicht italienischem Flair, zumindest in den Bars. Bei dem Dialekt
der Einheimischen bin ich mir nicht sicher, ob mir die Fremdsprache auch mit
seit seit sieben Jahren kaum gebrauchten Italienischkenntnissen nicht lieber
wäre.
Nach zwei Tagen in Italien nähern wir uns unserem tausendsten Kilometer, der
Sprachgrenze und einem gastfreundlichen Italiener – Luciano lädt uns zum
Übernachten zu sich nach Hause ein. Er lebt alleine mit seinem Hund Dick und
zwei Pferden und ich komme zum ersten Mal in den Genuss, mein Italienisch
auszupacken.
Richtig in Italien angekommen fühlen wir uns in Trento. Wir entschließen uns, aus Gründen der
Bequemlichkeit die Via Claudia Augusta nur noch ein Stück entlang zu fahren und
anschließend dem schönen Valsasuna zu
folgen. Bevor wir es erreichen, wartet eine
kurze, aber dafür umso steilere Steigung nach Pergine auf uns. Unser
Radführer sagt nicht ohne Grund, dass es mit dem Fahrrad keinen annehmbaren Weg
dorthin gibt und man darum den Zug nehmen soll – Schienen und Autobahn teilen
sich den Platz in einem engen Tal. Auch einen erneuten Wintereinbruch erleben
wir.
In Bassano hören die Alpen so unverhofft auf, wie sie begonnen haben, und auch
der Schnee ist urplötzlich verschwunden. Tobi sucht kleine Straßen für uns
heraus, und wir kommen schnell voran, sodass Venedig plötzlich nur noch einen
Tag entfernt ist.
In Venedig können wir bei Giai wohnen, den Tobi in Finnland kennen gelernt hat.
Wir freuen uns, ihn wieder zu sehen und Venedig auf eine ganz untouristische
Weise zu erleben – mit einer Party, dem Besuch venezianischer Bars, einer
Bootstour und Unmengen Pasta, Espresso und Vino. Verabschieden möchten wir uns
„typisch deutsch“ mit Würstchen und Kartoffelsalat (oder doch Königsberger
Klopsen? Schnitzel? Schinkenröllchen? Eintopf?) und, natürlich, Bier. Ende der
Woche soll es dann Richtung Kroatien weitergehen.