Istrien,
Cres und Preko 15.
- 20.12.2008
Von Slowenien aus queren
wir die Halbinsel Istrien. Zuvor kommen wir an die erste „echte“
Grenze und erhalten sogar Stempel in unsere Pässe (nachdem wir
darum gebeten haben).
Istrien ist ein ständiges Auf und
Ab. In Venedig wurden wir schon gewarnt, dass Istrien schlimmer als
die Alpen wäre. Ganz so empfinden wir es dann doch nicht, wobei
wir schon vergleichsweise viele Höhenmeter machen. Da wir
wissen, dass wir meinen Schwager Thomas und Cousin Michael erst am
19. Dezember in Preko treffen können, haben wir überhaupt
keine Eile und fahren eher gemütlich vor uns hin. Diese
Gemütlichkeit wird durch die Witterung allerdings empfindlich
gestört – von „wechselhaft“ sind wir inzwischen bei
Dauerregen angekommen. Mit unserer Regenbekleidung sind wir
prinzipiell sehr zufrieden, aber irgendwann läuft das Wasser
dann eben doch irgendwo hinein.
Nach einigen Tagen im Zelt
möchten wir uns auf der Insel Cres direkt am Fährort
Porozina ein Zimmer nehmen und schwelgen in Phantasien über ein
schnuckeliges Küstenstädtchen mit netten Cafés und
ein Zimmer mit W-Lan. Als wir die Fähre betreten, sind meine
Füße nass und wir sehen aus wie zwei begossene Pudel. Auf
der anderen Seite angekommen, ist da: nichts. Der Ort ist komplett im
Dunkeln versunken, nirgendwo entdecken wir einen Hinweis auf ein
Zimmer und auch die Bedienung in der einzigen Bar kann uns nicht
weiterhelfen. Der einzige Weg aus der Bucht heraus führt auf 450
Höhenmeter, der nächste größere Ort ist 27 km
entfernt. Schließlich findet sich nach Telefonaten der Barfrau
doch noch ein Zimmer für uns.
Cres ist eine schöne
Insel, bei Sonnenschein erleben wir sie leider nur auf den letzten
Kilometern nach Mali Losinj. Ansonsten bestimmen Dauerregen und ein
kalter Wind aus Norden unsere Tage, an denen es eigentlich immer
bergauf oder bergab geht. Von Mali Losinj setzen wir in sieben
Stunden nach Zadar über, von dort nach Preko. Wir treffen Thomas
und Michael, helfen beim Möbeltransport, pflegen und reparieren
unsere Räder, essen und trinken gut und genießen beim
Spazierengehen und Cachen die Sonne, die sich hier endlich mal wieder
zeigt. Nach Weihnachten werden wir von hier aus weiterfahren.
P.S. Falls Ihr Euch fragt, was die beiden hübschen jungen Männer auf dem linken Foto da machen: sie versuchen mithilfe eines Baustellengerüstes, das Ritzelpaket von Tobis Hinterradfellge zu demontieren. Der Fahrradhändler in Zadar hat beim selben Versuch seine beiden einzigen Kettenpeitschen zerstört. Tobi und Michael waren am Ende erfolgreich!