Bilder und Geschichten

Am 13. Juni 2010
sind wir nach 577 Tagen,
21.297 Kilometern und
36 besuchten Ländern
nach Deutschland zurückgekehrt.

Regelmäßig erzählen wir von unserer großen Reise. Termine findet Ihr hier.
 
Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 

Kilometerzähler

Gesamtbilanz

  21.297  Kilometer
133.164  Höhenmeter

Letzte Position
N 50°29.507'  E 007°53.618' 
Startseite
„Stand up! You have to go now!“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Daniela   
Von Vodice nach Dubrovnik
29.12 - 04.01.2009


Unseren Aufenthalt in Vodice beenden wir mit der Lösung eines Problemes (toitoitoi): Das Gewinde, dass das Tretlager hält, konnte der findige Zweiradmechaniker mit dem Tretlager verkleben – bis jetzt hält es. Wir sind froh, nach vielen Pausen wieder voran zu kommen.

N
ach den Weihnachtstagen steht uns aber zunächst noch ein weiteres Fest ins Haus. Irgendwie komisch, diese Festtage, wenn man nicht wie gewöhnlich mit Freunden und Familie zusammen ist und auch keine feste Basis hat, um das ganze einigermaßen so zu begehen, wie es „normal“ erscheint. Wir entscheiden uns dafür, Silvester in Split zu feiern und uns dazu zwei halbe fahrradfreie Tage zu nehmen. Wie schon am ersten Weihnachtsfeiertag in Zadar entdecken wir, dass die Menschen in Kroatien zwar eher mehr Zeit in Cafés und Restaurants verbringen, aber nicht dann, wenn wir dies möchten. Am Silvesterabend finden wir kein geöffnetes Restaurant, das auch nur im weitesten Sinne unseren Vorstellungen entspricht und tapern ein bisschen hilflos durch die schöne Altstadt von Split. Nachdem dann die ersten Civapcici-Silvester-Stände geöffnet haben, versorgen wir uns so und lauschen Live-Musik einer Jungrocker- und einer Sexy-Weihnachtsfrau-Leadsängerin-Band, die meine These bestätigt: Wenn Frauen sich als sexy Weihnachtsfrauen verkleiden, haben sie ihren Zenit in Sachen Sexyness bereits überschritten.



Sexy hin oder her, alle außer uns singen mit. Wir ziehen um in eine gemütliche Rockbar und nehmen dort das ein oder andere Bier zu uns – genau genommen so viele, dass die Flasche Sekt („Sekt gehört für mich zu Silvester einfach dazu!“ hab ich gesagt, wobei ich ja sonst auch lieber Bier mag) unberührt in unserem Rucksack bleibt.

Nachdem Tobi in der Jukebox versehentlich dreimal hintereinander „Paradise City“ ausgewählt hat, verschwinden wir nach der ersten Version in Richtung unseres für eine Nacht gemieteten Zimmers, inzwischen ist schon halb drei. Kaum sind wir dort, klopft der Vermieter an die Zimmertür und sagt: „Give me the key!“ Ok, denke ich, auch wenn ich mir sein Ansinnen nicht wirklich erklären kann. Nach zweieinhalb Stunden Schlaf rüttelt er wieder an unserer Tür. „Stand up! You have to go now.“ Bitte?! Um diese Uhrzeit sollen wir aufstehen und gehen? Tobi nimmt den Frontkampf auf sich: „It's five o'clock in the morning.“ „You have to leave at ten. Not ten o'clock in the evening, ten o'clock in the morning. Stand up!“ Eines der Dinge, die ich am wenigsten ertragen kann, ist in meinem Schlaf gestört zu werden. Zu diesem Unwillen kommt noch mein suboptimal arbeitendes Gehirn, das die Situation für mich völlig unverständlich und unerträglich werden lässt. Schließlich droht er uns, die Polizei zu rufen, das stimmt uns fast fröhlich: Soll sich doch mal jemand nicht verrücktes dem Problem annehmen. Nach dem Telefonat kommt er reumütig zurück und entschuldigt sich: „I am very sick.“ Egal: Endlich schlafen, das ist eigentlich alles, was ich will. Und dann nix wie weg.

Am nächsten Morgen packen wir darum schnell zusammen. Unser Vermieter entschuldigt sich nochmals, er habe Migräne und sich darum in er Zeit vertan: er habe gedacht, es sei schon fünf Uhr nachmittags. Migräne, aha – nicht doch eher ein Gläschen zuviel? Mir hat er jedenfalls richtig Angst eingejagt, und seinen Freund in Dubrovnik, dessen Adresse er uns zusteckt, werden wir sicher nicht besuchen. „What did the police say?“ muss ich ihn noch fragen. Er hat einen Freund angerufen, antwortet er, der habe ihm dann die richtige Uhrzeit genannt.



Übernächtigt, ohne Frühstück und jeder mit einem kleinen Kater im Gepäck verlassen wir Split, zu allem Überfluss noch im strömenden Regen. Das einzige Geschäft, das geöffnet hat, ist die Tankstelle, auch alle Cafés und Gaststätten sind geschlossen. Wir wollen nur aus dem Ballungsgebiet heraus und einen Zeltplatz finden. Den Sekt nehmen wir mit, dem Vermieter wollten wir ihn definitiv nicht schenken. 30 km von Split entfernt, in Omis, fahren wir das Tal der Cetina entlang und finden dort schnell ein Plätzchen für uns.

Das schönste ist, dass am nächsten Morgen, als wir in unsere nassen Regenhosen steigen, bereits die Sonne in den Gipfeln des Tales zu sehen ist. Im Sonnenschein nehmen wir nach einer Stunde Auffahrt unser zweites Frühstück ein – endlich ist die Welt wieder in Ordnung.



Noch drei Radfahrtage ist Dubrovnik von uns entfernt, und der Regen verschont uns in dieser Zeit. Während  im kroatischen Hinterland Minustemperaturen herrschen und wir bereits auf 600 Meter hohen Gipfeln Schnee entdecken, bewegen wir uns zumindest tagsüber durchgehend im positiven Bereich. Der Bora ist zeitweise sehr stark, so sind wir bergab kaum schneller als bergauf und werden mehrmals fast vom Rad geweht. Wir machen noch einen Abstecher in ein einsames Tal, wo wir unter Olivenbäumen unser Zelt aufschlagen, wie so oft. Am (Sonntag-)Morgen tauchen Olivenbauern auf, die uns freundlich grüßen und sich dann an die Arbeit machen – weiter nichts. Dies passiert uns jetzt schon zum zweiten Mal, und wir sind einigermaßen verwirrt, offenbarist wildes Zelten hier toleriert. Das bergige Hinterland gefällt uns nicht nur darum fast mehr als die Steilküste, die so steil eigentlich auch wieder nicht ist. Kurz kommen wir nach Bosnien, dass einen etwa zehn Kilometer breiten Zugang zum Meer hat.



In Dubrovnik machen wir nun einen Tag Pause und werden Kroatien bald in Richtung Montenegro und Albanien verlassen. Nach all den Feiertagen dachten wir, das wir die Weihnachtszeit nun hinter uns hätten, aber nein: der 6. Januar ist hier auch frei, und so kommen wir uns fast vor wie in Bayern.


 
Weiter >

Translation

Spendenbarometer


Our Goal: €7500
Currently: €7500
Updated: 03/01/2011

7500 €
wurden insgesamt für
Reha 2000
gespendet! Danke!
© 2012 weltperrad.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.