Bilder und Geschichten

Am 13. Juni 2010
sind wir nach 577 Tagen,
21.297 Kilometern und
36 besuchten Ländern
nach Deutschland zurückgekehrt.

Regelmäßig erzählen wir von unserer großen Reise. Termine findet Ihr hier.
 
Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 
Startseite arrow Trans Asien arrow Reiseberichte arrow Albanien ist anders.
Albanien ist anders. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Daniela   
Von Shkoder nach Bulqize
09. - 13.01.2009


Albanien ist ein besonderes europäisches Land. Als wir in Shkoder einfahren, sehen wir Frauen, die Wäsche im Fluss waschen, barackenartige Unterkünfte und überall am Straßenrand Müll. Gleichzeitig hat unser Hotel W-Lan und das Land unter seinen PKW einen Mercedes-Anteil von 39% (nach einer statistischen Erhebung von Dipl,-Geograph Tobias Klein unter Mitarbeit von Dipl.-Päd. Daniela Schmidt zwischen Shkoder und Lezhe) – verrückte Welt.

Albanien wurde nach dem zweiten Weltkrieg stramm stalinistisch regiert und hatte seit den 60er Jahren keinerlei Verbindungen mehr ins Ausland, auch nicht in den sogenannten Ostblock. Seine Bürger durften weder reisen noch Kontakte zu Familienmitgliedern in anderen Ländern aufrecht erhalten. Religionsausübung war komplett verboten.

Seit 1991 ist Albanien nun demokratisch, und nach teilweise heftigen wirtschaftlichen Krisen scheint sich das Land zu konsolidieren. Es gibt wieder Moscheen, katholische und orthodoxe Kirchen und so langsam entwickelt sich auch der Tourismus.



Albanien ist italienisch geprägt, von seiner Küste zum Stiefelabsatz sind es nur 70 Kilometer und überall gibt es guten Kaffee, Pizza und ich kann überraschenderweise meine Italienischkenntnisse wieder einsetzen. Albanisch verstehen wir dafür zu 0%. Später lese ich, dass es zur indogermanischen Sprachfamilie gehört, aber von Deutsch ist es definitiv sehr weit entfernt.

Wir bewegen uns in Richtung Berge, da wir von Albanien über Mazedonien nach Griechenland fahren wollen. Durch die wunderschöne Schlucht des Flusses Mat arbeiten wir uns langsam nach oben und erreichen mit dem Ruf des Iman die Stadt Burrel. Weil unser Fahrradreiseführer davon abrät, in Albanien zu zelten, halten wir uns daran und übernachten in Hotels. Je weiter wir in die Berge kommen, desto kälter wird es draußen wie drinnen. In Burrel wird unser Zimmer wie das ca. 100 m² große, zum Hotel gehörige Lokal nur von einem kleinen Heizstrahler „erwärmt“. Unsere Schlafsäcke, wegen ihrer Form liebevoll „Maden“ genannt, werden zu unserem liebsten Aufenthaltsort neben dem Fahrradsattel




Die Menschen sind extrem freundlich, viele winken und hupen uns zu. Als wir nach einem Hotel fragen, stehen in Burrel plötzlich 10 Männer um uns herum, die diskutieren, was wir wohl möchten, schließlich führt uns ein älterer Herr zum einzigen Hotel der Stadt..

Unser letzter Standort in Albanien ist Bulqize. Am Abend zuvor hat uns der Hotelierssohn gesagt, dass dort, hinter einem 800 Meter hohen Pass, extrem viel Schnee liegt und eisige Temperaturen herrschen. Wir entscheiden uns, es einfach mal zu versuchen. Schnee an sich ist ja kein Problem, so lange er nicht auf Straßen herumliegt. Auf den Pass kommen wir noch ohne Probleme, doch dort und auf der kurzen Abfahrt herrscht ein so eisiger Wind und die Straßen auf der anderen Seite sind so verschneit und vereist, dass meine Finger fast abfrieren und wir nur in Zeitlupentempo vorankommen. So kann ich mir nicht mehr vorstellen weiterzufahren.



Wir machen in der trostlos wirkenden Bergarbeiterstadt Bulqize Halt in einem einfachen Café, auch hier ist es kalt. Wir überlegen, wie wir weitermachen – sollen wir mit den Bus an die albanische Küste fahren und von dort aus nach Griechenland, um dem Winter zu entkommen? Dann müssten wir allerdings Tausende Kilometer durch Griechenland fahren. Während unserer Diskussion greift Tobi in seine Lenkertasche, um den Kuli zu suchen. Er merkt, dass seine Kamera fehlt – auf dem Pass im eisigen Wind, als er mit dem Fernglas Ausschau nach der Stadt gehalten hat, hat er sie wohl abgelegt und vergessen. Voll Panik macht er sich auf zum Pass, während ich im Café bleibe und bei dem überaus freundlichen Wirt versuche, Busse an die Küste ausfindig zu machen. Gar nicht so einfach, wenn man keine gemeinsame Sprache hat, ich behelfe mir mit Zeichnungen. Schließlich kommt Tobi zurück, tatsächlich war seine Kamera noch dort, wo er sie abgelegt hat.




Ich mache mich auf den Weg, Infos zu Bussen herauszufinden, und, ob es hier ein Hotel gibt. Leichter gesagt als getan: niemand spricht irgendeine Fremdsprache, erst im x-ten Laden kann mir eine junge Frau auf italienisch sagen, dass es gleich in der Nähe ein Hotel gibt, wo wir uns ein Zimmer nehmen. Natürlich ist es auch hier nicht warm, nur in den „Maden“. Der Hotelier und Wirt schließlich tut uns einen großen Gefallen: er organisiert, dass ein Minibusfahrer uns und unsere Räder zur mazedonischen Grenze mitnimmt. In Mazedonien soll angeblich weniger Schnee liegen und die Straßen außerdem besser sein. Wir sind uns nicht sicher, ob das alles klappt, aber wollen es versuchen – und am nächsten Tag um sechs Uhr mit einem anderen Verkehrsmittel weiterreisen.

Detailkarten und -statistik zu unserer Zeit in Albanien findet Ihr hier .


 

Translation

Spendenbarometer


Our Goal: €7500
Currently: €7500
Updated: 03/01/2011

7500 €
wurden insgesamt für
Reha 2000
gespendet! Danke!
© 2012 weltperrad.de