Bilder und Geschichten

Am 13. Juni 2010
sind wir nach 577 Tagen,
21.297 Kilometern und
36 besuchten Ländern
nach Deutschland zurückgekehrt.

Regelmäßig erzählen wir von unserer großen Reise. Termine findet Ihr hier.
 
Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 
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Mazedonien: Zwölf Punkte. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Daniela   
Von Bulqize nach Bitola
13 .- 15.01.2009


Müde und nervös quälen wir uns aus dem Bett. Um fünf Uhr sind wir bisher nicht aufgestanden. Wir schalten das Morgenmagazin an, denn wir empfangen die ARD, packen unsere Sachen und machen uns fertig. Im Hotel-Café warten wir unter dem Heizpilz auf unseren Bus. In Deutschland beheizt man Bürgersteige mit den Dingern (oder war das inzwischen verboten?) und hier versucht man, den Innenraum damit zu erwärmen. Schließlich taucht er auf, schnell sind Räder und Gepäck verstaut. Auch andere Fahrgäste sind dabei, drei Herren im besten Alter teilen sich die vordere Sitzbank, einer davon Polizist.

Langsam setzt sich der Mercedes-Kleinbus auf der verschneiten Straße in Bewegung. Immer wieder vereist die Frontscheibe, der Fahrer steigt aus (wenn das Blickfeld auf Postkartengröße geschrumpft ist) und kratzt sie frei, manchmal übernimmt dies auch der Polizist. Neue Fahrgäste werden am Straßenrand eingesammelt, wir werden unsicher, ob der Fahrer uns tatsächlich zur Grenze bringt, die zwei Kilometer entfernt von der Hauptroute liegt. 30 Kilometer sind es bis dorthin, und wir brauchen zwei Stunden. Mazedonien begrüßt uns mit von Schnee weitgehend befreiten Straßen. Zunächst müssen wir uns noch durch jede Menge Schneematsch kämpfen, der sich zwischen Schutzblechen und Reifen festsetzt. Zur Mittagspause kehren wir in einen kleinen Laden mit Sitzgelegenheit ein und begegnen dem Postboten Bardhul. Dessen Vater hatte in Deutschland gearbeitet, weshalb er recht gut deutsch spricht.



Bardhul lädt uns zu sich nach Struga ein und will uns am liebsten samt Fahrrädern in sein Postauto einpacken. Wir können ihn überzeugen, dass wir uns, wenn wir im Ort sind, telefonisch bei ihm melden und fahren gut gelaunt weiter. Bevor wir mit Bardhul Kontakt aufnehmen, treffen wir Bardhi und seine Verlobte Melissa, die uns zum Kaffee einladen und viel über Mazedonien erzählen. Bisher wussten wir nicht, dass in Mazedonien viele Albaner leben und albanisch hier ein viel gesprochene Sprache ist. Bardhi ist in der Schweiz aufgewachsen und pendelt nun zwischen beiden Ländern.

Abends sind wir bei Bardhul und seiner Familie in einer großen, warmen Sofalandschaft. Auf dem albanischen Sender läuft dieselbe Glücksspielsendung wie im itlalienischen TV – mit dem Unterschied, dass der Höchstgewinn zwischen 1000 und 500 000 Euro differiert. Kein Wunder, dass die hier alle denken, wir hätten so fulminant viel Geld. Auf die Frage, was die schönste Stadt Mazedoniens sei, antwortet Bardhul mit tiefster Überzeugung: „Na, Struga. Dann Ohrid, Wir haben ja den See. Bitola ist eine normale Stadt, hat ja keinen See.“ Auch die wirklich wichtigen Fragen zu unseren Familien werden geklärt: „Warum eine Bruder Haare, andere Bruder keine Haare?“ fragt Bardhul beim Anschauen unseres Kartenspiels.

Um einige Informationen zu unserem Reiseland reicher fahren wir am nächsten Tag nur bis Ohrid, um hier einen Tag Pause einzulegen. Erholt nehmen wir anschließend erfolgreich zwei Pässe in Angriff und werden auf dem ersten von Straßenarbeitern zum Tee eingeladen. Irgendwie sehr nett, die Mazedonier.

In Bitola freuen wir uns auf Griechenland – plötzlich wieder EU. Ob wir jetzt vielleicht für einige Zeit keinen Schnee mehr sehen?

Detailkarten und -statistiken zu Mazedonien findet Ihr hier.
 

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