Bilder und Geschichten

Am 13. Juni 2010
sind wir nach 577 Tagen,
21.297 Kilometern und
36 besuchten Ländern
nach Deutschland zurückgekehrt.

Regelmäßig erzählen wir von unserer großen Reise. Termine findet Ihr hier.
 
Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 

Kilometerzähler

Gesamtbilanz

  21.297  Kilometer
133.164  Höhenmeter

Letzte Position
N 50°29.507'  E 007°53.618' 
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Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Daniela   
Von Thessaloniki nach Kesan
20. - 27.01.2009


Was für ein Mampf das ist und was für ein weltweiter Erfolg trotzdem, ich meine, die sitzen überall auf der Welt und machen so einen Schweinekram zurecht, und die Leute essen das wirklich, das ist doch wunderbar.“
Sven Regener, "Der kleine Bruder".

Soviel zum griechischen Essen. Und wir, wir sitzen nicht irgendwo auf der Welt und mampfen es, sondern in Griechenland selbst. Gyros Pita gibt es überall!



Mampfend radeln wir also auf die Türkei zu, und eben genau so, wie es die Überschrift besagt. An einem Tag regnet es durchgehend in Strömen, am anderen strahlt die Sonne und präsentiert die griechische Küste im allerbesten Lichte. Hunde begegnen uns in seltenen Fällen welpig-süß, meistens aggressiv kläffend und ziemlich häufig in unterschiedlichen Verwesungszuständen am Straßenrand. Wir verfahren uns (vor allem darum, weil wir beide Zurückfahren hassen), machen Umwege und finden keinen Zeltplatz (auf der karte sieht das dann so aus), sodass wir uns ein Hotelzimmer nehmen müssen, das wir ja eigentlich gar nicht wollen. An einem Tag versucht der enthusiastische Imbisswagen-Betreiber ohne Englischkenntnisse ein Gespräch mit uns aufzunehmen und ruft „Otto Number One“, um seiner Begeisterung für, na wen schon, Otto Rehagel Ausdruck zu verleihen, zwei Tage später verabschiedet sich ein Tankwart, den wir nach dem Weg gefragt haben, mit „Heil Hitler“ von uns.




In dieser Woche haben wir außerdem zwei Verluste zu beklagen: Ich lasse meinen Helm nach einer verregneten Frühstückspause auf meinem Gepäckträger liegen und bemerke es erst vier Kilometer später, als er dort natürlich längst herunter gefallen ist – wir radeln die Strecke zurück, aber der Helm taucht nicht mehr auf. Unser Laptop verliert sein k, wo ist es nur geblieben? Würde jetzt Schlemihl aus der Sesamstraße auftauchen, wie gerne würden wir ihm eines abkaufen. Mal sehen, ob Asus in Istanbul uns helfen kann.



Als sehr angenehm empfinden wir, dass sich die griechischen Bauern gerade unsere Anwesenheitszeit ausgesucht haben, um mit ihren Traktoren die wichtigsten Straßen Griechenlands zu blockieren – uns lassen sie netterweise durch und wir können auf einer Art Bundesstraße völlig autoverkehrsfrei unsere Bahnen ziehen.



Auch an der Grenze zur Türkei stehen sie noch, die Bauern. Wir freuen uns auf ein neues Land, so ein Grenzübertritt ist ja doch immer wieder spannend. Soldaten mit Maschinenpistolen bewachen den Grenzfluss, Fotografieren ist natürlich verboten. Vom türkischen Grenzer werden wir mit Handschlag begrüßt, ein junger Soldat ruft uns „Welcome in Turkey!“ zu – so nett sind wir noch nie begrüßt worden, wenn man mal die leicht martialischen Rahmenbedingungen außer acht lässt. Die Trucker im drei Kilometer langen Lkw-Stau vor der Grenze winen uns freundlich zu. Bei so viel Engagement möchten wir uns in die türkische Kultur integrieren, was fällt uns da spontan ein? „Komm, wir machen Autokürsü!“ rufe ich Tobi zu. Klingelnd und „Türkiye“ skandierend fahren wir weiter, und direkt der erste uns überholende Wagen stimmt hupend ein.

Na, das fängt ja gut an! Wir freuen uns auf die nächsten Wochen!

 
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