Von
Kesan nach Istanbul 28.
– 31.01.2009
Die
Türkei ist ein Land, in dem sich der Urlauber sicherlich
pudelwohl fühlt, nicht aber der Globetrotter, nein. Er will
Abenteuer, und in der Türkei ist alles viel zu freundlich. Die
vielen Teehäuser und so, man wird andauernd eingeladen (...).“
Helge Schneider, Globus Dei.
So
sind sie, die Türken – und uns gefällt das eigentlich
ganz gut (also sind wir vielleicht doch keine „echten“ Traveller,
jedenfalls nicht nach Helges Definition). In einem kleinen Restaurant
am Straßenrand machen wir auf unserem Weg nach Istanbul halt.
Dessen deutsch-türkischer Besitzer macht uns offensichtlich
einen Freundschaftspreis: Nach insgesamt 4 Lahmacun (versehentlich
zuviel bestellt), Salat, Fladenbrot, vier verschiedenen Dips, Cola
und Tee bezahlen wir fünf Euro. Und auch in den Hotels beschwert man sich nicht, als wir so viel Dreck herein schleppen, dass uns immer ein freundlicher Mitarbeiter mit einem Besen hinterher läuft.
Landschaftlich wird es
weniger spannend: Im Prinzip wirkt der gesamte europäische Teil
der Türkei entlang der Hauptverbindungsstrecke auf uns als
Vorort von Istanbul. Die Besiedelung wird immer dichter und dichter,
dazwischen verläuft eine schnurgerade Straße. Nicht, dass
es flach wäre, nein. Ich stelle mir das so vor, dass es unter
türkischen Straßenbauern eine Art Ehrenkodex gibt, keinem
Hügel, keinem Berg auszuweichen sondern stattdessen jede noch so
steile Steigung in Kauf zu nehmen. Traktoren, Lkw und Fahrräder
sind die Verlierer bei der (Ehren-)Sache. Nicht nur die Steigungen
sind manchmal ganz schön anstrengend – nein, auch die gute
Sicht auf die nächste und übernächste Steigung, wenn
man doch gerade eine erklettert hat. „Guck mal, der ist bestimmt
fristlos entlassen worden,“ sagt Tobi, als wir seit langem mal
wieder eine Kurve entdecken.
So bewegen wir uns weitgehend
geradlinig auf Istanbul zu. Der Verkehr nimmt zu, was so lange kein
Problem ist, wie ein Seitenstreifen existiert. Die letzten 50
Kilometer gibt es den nicht mehr und auf einer autobahnähnlichen
Straße werden wir knapp von Lkw und Autos überholt, atmen
so viele Abgase ein wie wahrscheinlich zuvor in unserem restlichen
Leben und unsere Ohren dröhnen vor Lärm – im Ernst, wäre
ich vorher ein Autofan gewesen, spätestens an diesem Tag hätte
ich mich zum Autohasser gewandelt.
Aber: wir kommen an. Die
letzten Kilometer fahren wir am Meer entlang, und nach einer fast
zwei Stunden währenden Suche finden wir kurz vorm Aufgeben doch
noch unsere tollen Gastgeber Gizem und Bryan.