Bilder und Geschichten

Am 13. Juni 2010
sind wir nach 577 Tagen,
21.297 Kilometern und
36 besuchten Ländern
nach Deutschland zurückgekehrt.

Regelmäßig erzählen wir von unserer großen Reise. Termine findet Ihr hier.
 
Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 

Kilometerzähler

Gesamtbilanz

  21.297  Kilometer
133.164  Höhenmeter

Letzte Position
N 50°29.507'  E 007°53.618' 
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Gastfreundschaft und eine Frage der Ehre PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Daniela   
Von Kesan nach Istanbul
28. – 31.01.2009


Die Türkei ist ein Land, in dem sich der Urlauber sicherlich pudelwohl fühlt, nicht aber der Globetrotter, nein. Er will Abenteuer, und in der Türkei ist alles viel zu freundlich. Die vielen Teehäuser und so, man wird andauernd eingeladen (...).“
Helge Schneider, Globus Dei.

So sind sie, die Türken – und uns gefällt das eigentlich ganz gut (also sind wir vielleicht doch keine „echten“ Traveller, jedenfalls nicht nach Helges Definition). In einem kleinen Restaurant am Straßenrand machen wir auf unserem Weg nach Istanbul halt. Dessen deutsch-türkischer Besitzer macht uns offensichtlich einen Freundschaftspreis: Nach insgesamt 4 Lahmacun (versehentlich zuviel bestellt), Salat, Fladenbrot, vier verschiedenen Dips, Cola und Tee bezahlen wir fünf Euro. Und auch in den Hotels beschwert man sich nicht, als wir so viel Drec
k herein schleppen, dass uns immer ein freundlicher Mitarbeiter mit einem Besen hinterher läuft.



Landschaftlich wird es weniger spannend: Im Prinzip wirkt der gesamte europäische Teil der Türkei entlang der Hauptverbindungsstrecke auf uns als Vorort von Istanbul. Die Besiedelung wird immer dichter und dichter, dazwischen verläuft eine schnurgerade Straße. Nicht, dass es flach wäre, nein. Ich stelle mir das so vor, dass es unter türkischen Straßenbauern eine Art Ehrenkodex gibt, keinem Hügel, keinem Berg auszuweichen sondern stattdessen jede noch so steile Steigung in Kauf zu nehmen. Traktoren, Lkw und Fahrräder sind die Verlierer bei der (Ehren-)Sache. Nicht nur die Steigungen sind manchmal ganz schön anstrengend – nein, auch die gute Sicht auf die nächste und übernächste Steigung, wenn man doch gerade eine erklettert hat. „Guck mal, der ist bestimmt fristlos entlassen worden,“ sagt Tobi, als wir seit langem mal wieder eine Kurve entdecken.



So bewegen wir uns weitgehend geradlinig auf Istanbul zu. Der Verkehr nimmt zu, was so lange kein Problem ist, wie ein Seitenstreifen existiert. Die letzten 50 Kilometer gibt es den nicht mehr und auf einer autobahnähnlichen Straße werden wir knapp von Lkw und Autos überholt, atmen so viele Abgase ein wie wahrscheinlich zuvor in unserem restlichen Leben und unsere Ohren dröhnen vor Lärm – im Ernst, wäre ich vorher ein Autofan gewesen, spätestens an diesem Tag hätte ich mich zum Autohasser gewandelt.




Aber: wir kommen an. Die letzten Kilometer fahren wir am Meer entlang, und nach einer fast zwei Stunden währenden Suche finden wir kurz vorm Aufgeben doch noch unsere tollen Gastgeber Gizem und Bryan.

 
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