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Am 13. Juni 2010
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Nach 577 Tagen, 21.297 km und 36 besuchten Ländern sind wir seit 13.06. wieder zurück in der Heimat. Weitere Infos folgen bald!
 
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Eine Stadt im Fußballfieber PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Tobi   
Trabzonspor - Konyaspor    0:1
Trabzon/Türkei: Hüseyin-Avni-Aker-Stadion
07.03.2009, 20.0000 Zuschauer


Nach der Durchquerung der Türkei von West nach Ost und unzähligen Begegnungen mit fußballbegeisterten, ja -fanatischen Menschen (man ahnt, warum Christoph Daum sich hier so wohl gefühlt hat), treffen wir erst wenige Kilometer vor Trabzon den ersten Fan eines Nicht-Istanbuler-Vereins: Trabzonspor. Bisher hatten wir den Eindruck, dass die “Provinzclubs” lediglich zur Auffüllung der Liga bestehen, ihre Existenz ansonsten jedoch weitgehend unbeachtet bleibt.



Am Eingang, der Käfig der Gästefans, die "Ultras"

Trabzonspor aus der 220.000-Einwohner-Stadt Trabzon am Schwarzen Meer unweit von Georgien ist der einzige Club der türkischen Liga neben den Istanbuler Schwergewichten Beshiktas, Galatassaray und Fehnerbace, der es geschafft hat, die Meisterschaft zu gewinnen. Das ist aber auch schon eine Weile her, insgesamt gelang es sechsmal in den 70er und 80er Jahren.

Diese “goldenen Zeiten” sind lange her und scheinen gleichzeitig sehr nah, denn in dieser Saison sieht alles etwas anders aus als gewohnt in der “Turkcell Süper Lig“. Seit nunmehr zehn Spieltagen haben sich mit Sivasspor und Trabzonspor zwei Vereine an der Spitze festgesetzt, die dort normalerweise nichts zu suchen haben. In der Folge scheint die ganze Stadt im Trabzonspor-Fieber zu sein, neben der anderswo vorherrschenden Wahlwerbung, sieht man hier weinrot-blaue Fähnchen mit sportlicher statt politischer Botschaft, und nicht wenige Menschen auf den Straßen tragen ein Trikot des Clubs. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen der Fans, dass es diesmal einen klaren Heimsieg gibt - zumal mit Konyaspor ein Kellerkind zu Gast an der Schwarzmeerküste ist.



Fans, Fans, ...

Um das Stadion herum duftet es nach Köfte statt Bratwurst, wir werden von unseren Nachbarn mit Knabberzeug versorgt und sind aufgeregt, als vor Anpfiff die türkische Nationalhymne erklingt. Das Spiel erweist sich dann - wie das eben manchmal so ist mit den hohen Erwartungen - als extrem langweilig, keinem Team gelingt es, den Gegner ernsthaft unter Druck zu setzen. So erhält der Schwindelanfall eines Fans minutenlang mehr Beachtung im gesamten Blocks als das Spiel. In der Halbzeit werden in den Gängen des Stadions Zeitungen als Gebetsteppiche umfunktioniert, doch der göttliche Beistand für Trabzonspor bleibt aus. Als alle schon mit einem torlosen Remis rechnen, kullert der Ball in der 84. Minute doch noch ins Tor - von Trabzon. Lähmendes Entsetzen und Totenstille im Stadion, selbst die rund 50 Konyaspor-Anhänger sind überrascht und trauen sich in Ihrem “Käfig” kaum zu jubeln.


... Fans

Sogleich machen sich die ersten Zuschauer auf den Weg nach Hause, und unter allgegenwärtigem Murren und Schimpfen der restlichen Anhänger geht Trabzonspor als unglücklicher, wenn auch nicht ganz unverdienter Verlierer vom Platz.

 
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