Auf dem Weg mit Tücken und WM. 30.06.2007
Puh, wie bin ich aufgeregt vor dieser Reise. Für mich das erste Mal außerhalb Europas, noch dazu in einer Region, wo sonst kaum jemand gewesen ist und "was machst du denn da?" die Standardfrage ist, wenn man erzählt, dass die Reise nach Kirgistan geht. Ja, was mach ich da eigentlich? Kommen wir zurecht mit meinem Volkshochschul-Russisch? Mit den Menschen überhaupt? Und ich mit dem Radfahren im Hochgebirge?
Aber erst einmal fängt so eine Reise ja zu Hause an. Dort bewältigen wir die erste Hürde und schaffen es tatsächlich, mit zwei
vollbepackten Rädern und zwei riesigen Fahrradkartons mit Bus und Bahn zum
Flughafen zu kommen. Leider müssen wir dort erfahren, dass man seit einiger
Zeit keine brennbaren Flüssigkeiten (Brennspiritus, Feuerzeuge) und keine Feuerzeuge oder Streichhölzer
mit im aufgegebenen Gepäck haben darf. Weil: wenn das alle machen und dann
explodiert das…. Wir wissen nicht, ob wir in Kirgistan Brennspiritus überhaupt bekommen und
damit, ob wir unseren Kocher benutzen können. Aber die Drohung, dass
unsere Taschen in Hamburg bleiben könnten, reicht, dass wir den Spiritus
entfernten.
Wir sind froh, als wir endlich im
Flieger sitzen, und noch mehr, als wir uns durch muffelig-dreinschauendes
russisches Flughafen-Personal zum Transitbereich des Moskauer Flughafens
Sheremjetevo durchgekämpft haben – und da gibt es Fernseher! Nein, wir sind keine TV-Junkies, aber genau passend zum WM-Viertelfinale Deutschland-Argentinien (man erinnert sich: Deutschland-Argentinien mit Verlängerung, Elfmeterschießen und allem Pipapo) in Moskau. Dementsprechend
nervös ist die Grundstimmung über die ganze Zeit, wobei das Ergebnis natürlich für alles entschädigt! Müde sind wir, trotz
eigentlich früher „deutscher“ Stunde, als wir im – engen – Flieger nach Bishkek sitzen, wo wir die Nacht verbringen werden. Zwei Stunden schlafen ist vielleicht drin, und um fünf Uhr Ortszeit sind wir in Bishkek.