Heißer Weg, freundliche Gastgeber und eine unruhige Nacht.
05.07.2007 - 59,44 km
Von Tokmok fahren wir am nächsten Tag weiter und nach ungefähr 60 Kilometern kommen wir endlich in der Schlucht mit dem tollen Namen „Boom“-Schlucht an. Den ganzen Weg über ist es sehr heiß und die Sonne knallt schön auf uns
drauf.
Kirgisischer Friedhof.
Dringende Flüssigkeitszufuhr.
Bei einer Jurte am Straßenrand
fragen wir, wo es Wasser gibt und ob wir in der Nähe zelten können. Das können wir, und ich bekomme auch gleich „Tschalap“ angeboten, was schmeckt wie
flüssiger Schafskäse, also eigentlich ganz gut. Kurz darauf schaut auch der Regional-
oder was-auch-immer-Inspektor vorbei, der auf dem Heimweg einen schönen „Kymys“ (vergorene Stutenmilch) trinkt
und uns mit seinen bescheidenen Englischkenntnissen bei der Kommunikation zu
helfen versucht.
Unser kleinen Freunde tauchen überall auf, wo wir halt machen.
Wir wollen also unser Zelt
aufstellen, doch die eine der Kymys-verkaufenden Babuschkas meint, wir sollten
doch in ihrem Unterstand schlafen, das wäre doch viel bequemer und wir würden
sie, die in der Jurte nebenan schlafen, auch nicht stören. Gesagt, getan,
stellen wir eben dort unsere gefühlten 3798 Taschen ab und ich probiere noch
etwas „Kurut“, getrocknete Schafskäsebällchen, erhältlich in halbwegs weich bis
knochenhart.
Unsere Räder können wir in der
Jurte der Babuschkas abstellen. Weiter unten ist ein Hof, von dem dann irgendwann
ein Junge kommt und uns zum Wasser führte. Ein schöner Abend!
Die Nacht, die folgt, ist weniger
schön. Erst kann ich nicht einschlafen, dann muss ich mich im
Halb-Stunden-Takt übergeben. Unangenehm ist daran - neben dem Zustand an sich - natürlich, dass die freundlichen Gastgeber zu allem Überfluss direkt nebenan
schlafen. Tobi, zunächst rührend besorgt, reicht mir nach einer Weile immer nur noch reflexartig eine Wasserflasche und nuschelt mir ein paar tröstende Worte zu, bevor er wieder einschläft. Was soll er auch machen?