Gast im Delirium.
06.07.2007 - 0 km
Erst um 7 Uhr morgens kann ich aufhören mich zu übergeben. Die ganze Situation ist weiterhin äußerst unangehm, es geht mir immer noch nicht gut. Das einzige, was ich tue, ist ab und zu aus meinem Halbschlaf aufzuwachen, den sich langweilenden Tobi nach der Uhrzeit zu fragen und den Aufbruch im Geiste immer weiter aufzuschieben. Tobi, der alte Eisenbahner, fotografiert Züge für seine Kollegen.
Da freut sich der Eisenbahner.
Die Babuschkas, unfreiwillige Zaungäste meiner Krankheit, sind rührend besorgt, bringen Tee (nachdem ich mir vorstellen kann, wieder etwas zu mir zu nehmen) und wickeln mir ein Kopftuch mit Blättern drunter um den Kopf. Ziel und Zweck verstehe ich nicht so ganz, bin aber uneitel und schläfrig genug, um einfach alles mit mir machen zu lassen.
Kunde - bisschen Kymys passt noch rein.
Als es dann zu regnen beginnt und
der Regen den trockenen Platz im Unterstand minimiert, sagen wir
ok zum fortwährend wiederholten Vorschlag der Babuschkas, im Haus zu übernachten. Unangenehm: ein kleines Haus, in dem sehr viele
Menschen leben, und jetzt kommen auch noch wir dazu. Unsere Gastgeber sind unglaublich nett. Im Wesentlichen bleibe ich
dort weiter auf meiner Isomatte liegen, habe Fieber und kann nur ein bisschen Brot essen. Alle gucken mich mitleidig und freundlich an. Tobi
indes wird zum Abendessen mit anschließendem Play-Station-spielen (chinese version) eingeladen - und blamiert sich nach eigener Aussage ziemlich vor den wesentlich geübteren Jungs.