Der Pass!
14.07.2007 - 22,22 km
Am nächsten Tag geht’s auf die letzten Höhenmeter Richtung Pass. Ich bin immernoch skeptisch, ob ich das schaffe, was Tobi wiederum nicht ernst nehmen kann. Wir treffen einen englischsprachigen Pferde-Guide, der uns erklärt, dass die auf unserer Karte eingezeichnete Straßenführung falsch ist und es eine direktere (also bessere) gibt. Sehr schön!
Trotzdem bin ich nicht gerade fit, ob’s die Höhe ist, die fehlende Fitness oder die Angst vor der eigenen Courage – ich quäle mich ganz schön, und teilweise schiebt Tobi für mich sogar mein Rad, wenn es mir auch unangenehm ist. Die Strecke wird steiler und groß-schottriger. Als es schon gar nicht mehr so weit sein kann, kommt uns ein Jeep entgegen mit einem belgischen Paar, die darin bereits von Belgien aus unterwegs sind.
Europäische Begegnung in Kirgistan.
Sie verkünden die frohe Botschaft – es ist nicht mehr weit, nur noch 80 (statt der von uns vermuteten 200) Höhenmeter. Außerdem schenken sie uns einen Löffel in Anbetracht unserer bescheidenen Ausrüstungssituation und sind sowieso sehr sympathisch... leider verpassen wir es, sie für ihren Rückweg (von der Mongolei aus über Russland) nach HH einzuladen.
Die letzten Meter zum Pass schaffen wir nach dieser Aussage umso flotter, und als wir tatsächlich oben sind, auf 3897 m Höhe (wenn das mal nicht wirklich hoch ist!) bin ich den Tränen nahe aus Erschöpfung und Freude. Irgendwie ist es dann doch so, trotz aller Qual, dass man das Gefühl hat: es hat sich gelohnt und ich habe jetzt allen Grund, stolz auf mich zu sein.
Geschafft!
10 km fahren wir auf sehr holpriger Piste noch vom Pass runter, bis wir am Fluss zelten und Nudeln mit Chiliketchup, gekocht ohne Salz und mit einem Löffel direkt aus dem Topf essen.