Kleines französisches Mädchen und wilde kirgisische Bären (jeweils in Abwesenheit).
16.07.2007 - 40,51 km
Der nächste Tag fängt ein bisschen zermürbend an: Eine Steigung direkt zu Beginn - wo es doch prinzipiell bergab gehen sollte -, dann Hunde, die Tobi verfolgen - auch dies natürlich während einer Zwischensteigung.
 
Aber wir treffen auch auf die erste Ortschaft - wir freuen uns! Da gibt es zwar ein Geschäft (wenn auch von außen nicht zu erkennen), aber kein Brot zu kaufen. Mal wieder sammelt sich eine große Zahl von Menschen um unsere Räder und befühlt die Reifen. Inzwischen sind wir auch mit der Frage vertraut, wozu denn die Wasserflaschen gut sein, etwa zum Antrieb?
 
Danach geht es weiter, und ich mache die Erfahrung, dass mit der Gastfreundschaft der Kirgisen nicht zu spaßen ist: die einfache Frage, wo man Brot kaufen kann, führt dazu, dass wir eine halbe Stunde auf einen Mann warten, der in der Zwischenzeit Pferd mit Fahrrad tauscht und uns anschließend zu sich nach Hause führt, wo es nicht nur Brot gibt, sondern auch Kymys (damit schon zum 2. Mal an diesem Tag), Tee und ein fleischiges Nudelgericht.
Leider haben wir kurz vorher erst einen reichhaltigen Topf Nudeln verzehrt - und finden es sehr schwer, die Gastgeber nicht zu beleidigen, aber gleichzeitig noch einige Kilometer weiter zu kommen. Der Sohn der Familie, ein gutes Jahr alt, trägt, wie uns der stolze Vater erzählt, den schönen französischen Namen Madeleine...
Als wir uns endlich losreißen können, wird das Nudel-Fleisch-Gericht in eine Tüte verfrachtet, ein gemeinsames Foto geschossen, Adressen ausgetauscht, Bezahlung angeboten und zu meiner Erleichterung angenommen und los geht’s für wenigstens noch einmal zehn Kilometer. So ganz ruhig haben wir ohnehin nicht dort gesessen nach unserer vorherigen schlechten Erfahrung, denn natürlich standen die Räder draußen und nicht in unserer Sichtweite. Schön, wieder eine gute Erfahrung gemacht zu haben.
Ich, er, sie und der kleine Junge Madeleine.
Die Nacht verbringen wir in der Schlucht, zu der das breite Tal inzwischen geworden ist. Wunderschön hier, doch hat unser letzter Gastgeber nicht von Wölfen gesprochen? Und tatsächlich: der Reiseführer schreibt über Wölfe und Braunbären in den Wäldern, und ich habe Schiss. Die Nahrungsmitteltüte verfrachteten wir auf einen Baum (hat Tobi mal gehört, dass man das so macht) und wir schlummern (war da nicht ein Knacksen? Ach ne, war nur der Wind.) ein.
Wölfe? Bären? Da hinten, oder?
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