Sonne, Regen, Heiratsvermittlung
19.07.2007 - 61,65 km
Nach unserem Ruhetag in Naryn wartet als erstes der 3000 m hohe Dolon-Pass auf uns, den wir aber noch nicht heute befahren wollen. Anfänglich sind nicht viele Höhenmeter zu machen, es geht eher auf und ab als kontinuierlich aufwärts. Tobi bemerkt den Verlust seiner Sonnenbrille - wo und auf welche Weise sie verschwand, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.
Als das Tal sich auf dem Weg zum Pass verengt, haben wir sogar ein wenig Rückenwind und sind, da das Wetter insgesamt äußerst angenehm ist, guten Mutes. Die gewünschten 50 km sind bald geschafft, sogar ein Zeltplatz ist in Sicht, doch es ist noch früh und wir fühlten uns fit, also - weiter.
Ein Fehler, denn gleich danach setzen Gegenwind, Regen und Häuser am Straßenrand ein, sodass die Zeltmöglichkeiten gegen Null tendieren. Das kann doch gar nicht sein! Wir kämpfen weiter, noch in kurzen Hosen aus dem heißen Naryn und in Sandalen, der Spaßfaktor hat rapide abgenommen. Nach etwas über 60 Kilometern fahren wir schließlich auf eine recht sympathische Jurte mit Mann davor zu, und ich frage, ob wir in der Nähe zelten können.
So sind wir zwar in unmittelbarer Nähe der Straße, aber noch relativ sichtgeschützt und außerdem mit Nachbarn. Ein netter Kerl ist er, der fragt, ob ich nicht eine kleine Freundin in Deutschland hätte, die könne dann doch zu ihm kommen. Leider muss ich ihn enttäuschen, bin mir aber auch nicht so sicher, ob seine Frau mit dem Arrangement einverstanden wäre...