Machos, Pässe, Gegenwind. 20.07.2006 - 78,30 km
Am nächsten Morgen statten wir der Familie, auf deren Wiese wir gezeltet haben, als erstes einen Besuch ab. Wir bekommen wie üblich Tschai und Kymys vorgesetzt, außerdem Brot und Marmelade, und alle sind nett. Als wir dann noch ein Foto zum Abschied machen wollen, sind auch die etwas schüchternen Kinder aufgetaut und Tobi hat inzwischen angefangen, mit ihnen zu kicken.
Ungewöhnlich ist allerdings die Begrüßung: Wir kommen mit den Rädern an, stellen sie in der Nähe der Jurte ab und ein kleiner, 1-2-jähriger Junge kommt auf uns zu. Ach, denke ich, wie süß. Er läuft dann allerdings schnurstracks an mir vorbei - um Tobi die Hand zu reichen. Tobi lacht sich selbstverständlich schlapp und ich taufe den Kleinen "Macho-Inspektor". Bisher hat es noch kein Kind in diesem Alter geschafft, dass ich mich herabgesetzt fühle.
An diesem Tag geht es schließlich noch zum Pass, erst weiter gemächlich, dann die letzten 300 Höhenmeter steiler, aber noch ok. Den Weg säumen Jurten, die Menschen sind angenehm, und es regnet weder noch ist es zu heiß.
Am Pass angekommen denken wir, wie so oft: Ah, jetzt rollen lassen. Aber klassischerweise sind die drei Kilometer vor und nach dem Pass nicht geteert, und dann haben wir auch noch Gegenwind, sodass wir letztlich zwar flotter unterwegs sind als bergauf, dies aber mit mieserem Gefühl. Außerdem ist es bis Koshkor schließlich 20 km weiter, als auf unserer Karte angegeben - deshalb sind wir froh, schon am Tag vorher mehr als die angepeilten 50 km gefahren zu haben.
Tja, wohin denn jetzt?
Kurz vor Koshkor biegen wir ab in ein weites Tal. Sehr intensiv landwirtschaftlich genutzt, wenige Büsche und Bäume, dicht besiedelt – ein schlechtes Revier zum Zelten also wiederum. Zu schon recht vorgerückter Stunde frage ich schließlich einen Bauern, und wir können auf seiner Wiese zelten.