Hitze, Wellblech und der schönste Zeltplatz der Welt.
22.07.2007 - 72,37 km
Am nächsten Morgen, also heute, ist alles noch da, und ein bisschen schämen wir uns für unser Misstrauen. Tobi ist müde, weil er bis Mitternacht noch „gewacht“ hatte, aber da ich am Abend vorher voreilig geäußert habe, dass wir so um sieben aufstehen (aber auch nur, weil am Abend vorher sechs Uhr als unsere Aufstehzeit vermutet worden ist und mir acht zu faul vorgekommen wäre) müssen wir aus dem Zelt, zu den Menschen, die schon auf uns warten und frühstücken.
Wir verfestigten unseren kirgisischen Wortschatz (Rachmat heißt Danke), zeigen unsere Reiseführer und notieren uns eine weitere Adresse. Mal wieder bin ich froh, dass sie unser Geld annehmen, ein bisschen weniger schlechtes Gewissen, fürs sich-selbst-einladen. Jedenfalls ein nettes Paar und ein netter Freund von beiden - mal wieder eine gute Erfahrung mit angenehmen Menschen
Wir fahren weiter, stetig ein bisschen bergab, bei zunehmend brütender Hitze. Bis Chaek schafften wir es schnell, danach machen wir lange Pause im Schatten und in einer ganz klassischen "Chaichana" mit drei Gerichten im Angebot. Anschließend fahren wir weiter bis zur Abzweigung ins Tal – wieder eine lange Pause, zwischendurch haben wir schon mühsam Spuren in den weichen Asphalt gefahren. Dort gibt es ein schattiges Plätzchen am Fluss und erst am Ende die obligatorische Jungs-Gruppe mit den Fragen Woher? Wohin? Fahrräder?
Nach dem Ort endet leider die asphaltierte Straße, aber ein wunderschönes (insgesamt 80 km langes) Tal beginnt - das uns wegen des Straßenbelages aber wohl mehr Zeit kosten wird als zuvor angenommen.
Die Piste ist wellblechartig geriffelt, entsprechend werden wir durchgeschüttelt.
Schön, aber schmerzhaft.
Hier finden wir aber dafür am Abend einen exquisiten Zeltplatz am Fluss, in dem wir uns waschen (! Ein wenig vernachlässigt haben wir diese Tätigkeit in letzter Zeit) können, bevor Angler zu uns stoßen – angenehme Menschen, ein Mann aus Bishkek, der mal in Zwickau Maschinenbau lehrte mit Begleitung. So warten wir nur noch frischgewaschen auf die klassischen Nudeln mit Chili-Ketchup (kulinarisch leben wir auch recht bescheiden) und genießen den lauen Sommerabend auf einem unserer schönsten Campingplätze überhaupt.