Wieder mal ein echtes Bett.
23.07.2007 - 54,72 km
Am nächsten Tag geht’s dann auf der Schotterpiste weiter - ein bisschen mühsam, noch dazu ist es wieder sehr heiß. Wir kommen aber besser zurecht als gedacht, passieren einen Supermarkt mit immerhin Pepsi Light (ein interessantes Phänomen: Cola-Sucht während Fahrrad-Touren) und Schokolade und arbeiten uns bis zur Mittagspause auf 35 km vor.
Immerhin - Tobis Pessimismus war also unberechtigt (was meinen sich dem gewohnheitsmäßig entgegenstellenden Zweckoptimismus freut). In der Mittagspause habe ich dann einen kleinen Hitzeschock, den wir im Schatten vorm Haus eines Mannes, der schon in Ost-Deutschland gearbeitet hatte, auskurieren, anschließend geht es aber wieder. Seit meinem Sonnenstich bin ich im wahrsten Sinne des Wortes ein "gebranntes Kind" und bin alarmiert, sobald mir die Sonne zu lange auf den Pelz scheint.
Mehrspurige Straße.
Nach Suusamyr ist es plötzlich gar nicht mehr weit, und da kein geeigneter Zeltplatz in Sicht ist, beschließen wir, dem Lonely Planet zu folgen und uns dort ein Zimmer zu nehmen. Beschlossen - gesucht - gefunden, Essen gibt es dort auch, leckeres, natürlich Tee, viel Platz, den wir gar nicht richtig ausnutzen können, und eine nette junge Frau (vielleicht 24?), mit der wir uns den Abend über unterhalten - über Arbeit und Geld in Kirgistan, und alles, was so in der National Geographic steht, die Tobi dabei hat.
Ihr Bruder ist gerade nach Moskau gegangen, um mehr zu verdienen als 50 Euro (wie in Kirgistan), wobei dort die Polizei Kirgisen wohl andauernd schikaniert bzw. Geld bezahlen lässt. Sie selbst will bald heiraten und ist gerade mit dem Studium fertig - Schwerpunkt Übersetzung Englisch. Sie will dann arbeiten, aber was? So richtig qualifizierte Jobs sind rar in Kirgistan. Komische Situation: eigentlich so viel gemeinsam zu haben und dann doch so unterschiedliche Chancen zu besitzen.