Seit dem 13.06.2010 Seit einem Jahr und drei Monaten sind wir wieder
da. Seit einem Jahr und drei Monaten hat der Alltag uns wieder. Seit
einem Jahr und drei Monaten wird unsere Reise mehr und mehr zu einem
Traum, einer schönen Erinnerung, immer surrealer, mit zwei Menschen in
den Hauptrollen, die uns oft fremd erscheinen.
Nur wenn wir ins Erzählen kommen, haben uns die alten Geschichten
wieder. Während ich rede, mit wem auch immer, merke ich oft, wie sich
ein Lächeln auf meinem Gesicht einschleicht. Es ist voller Freude und
voller Wehmut. Wir sind wieder da, mit zwei Herzen voller Erfahrungen.
Wir lieben unser Leben, wie es jetzt ist. Und wir träumen von dem, was
wir hatten und aufgegeben haben.
Zum Erzählen kamen wir oft, vor allem am Anfang. Wir sprachen über das
Weg-Sein und Wieder-Ankommen, dann über die Arbeits- und Wohnungssuche,
wir hatten erstaunte und neidische und fröhliche und kritische Gesichter
vor uns. Wir hörten gerne zu, denn es war viel passiert, naturgemäß,
schönes und schreckliches, die Welt hatte sich weitergedreht, wir mit
ihr, aber an anderen Orten. Es gab viel nachzuholen.
Der Alltag hatte uns bald wieder. Wir schrieben Bewerbungen und wurden
zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, obwohl uns doch verschiedentlich
wegen unserer Auszeit lebenslange Arbeitslosigkeit prophezeit wurde. Es
war uns eine Freude, die Skeptiker zu widerlegen. Von Beginn an war
klar: wer zuerst eine Jobzusage in der Tasche hat, bestimmt den Wohnort.
Tobi bekam den Job, und noch bevor der Umzugswagen vor unserer neuen
Berliner Wohnung stand, tauchte auch ich wieder auf einer Gehaltsliste
auf.
Drei Monate, nachdem wir zurückgekehrt waren.
Die Monate nach unserer Rückkehr werden mir nicht als einfachste und
glücklichste Zeit meines Lebens in Erinnerung bleiben, alles war
unsicher und vage und mühsam. Ich war froh, im Herbst wieder einen Platz
gefunden zu haben. Mit dem Winter kam die Zeit des Erinnerns. Wir
zeigten unsere Bilder und erzählten unsere Geschichten.
Unsere Diavorträge machten uns unheimlich viel Spaß. Zwar hatte ich
ernsthaft mit Lampenfieber zu kämpfen, vor allem in Meudt – erster
Vortrag, viele Menschen, viele Bekannte. Die Freude nachher war umso
größer. Alle Arbeit hatte sich gelohnt.
Und nun steht die nächste Wintersaison vor der Tür. Leute, wir zeigen
wieder unserer Bilder! Und erzählen dazu, selbstverständlich.
Über die Alpen, die Elefanten, über Kopftücher, Berge und Gegenwind.
Über alles, das wir gerne hinter uns gelassen haben, und über alles, das
wir heute noch vermissen.